Dekubitus (Wundliegen): Risikofaktoren & Dekubitusgrade

Wer kann an Dekubitus erkranken?

Grundsätzlich kann jeder Mensch an einem Dekubitus erkranken, der in seiner Beweglichkeit eingeschränkt und/oder dessen Druck-Schmerz-Empfinden gestört ist. Weitere Risikofaktoren können das Entstehen eines Dekubitus in Gang setzen. Begünstigend wirkt auch Nässe, etwa bei Inkontinenz, weil zunächst die Haut aufweicht und damit für Verletzungen anfällig macht.

Welche Risikofaktoren gibt es?

  • Immobilität (z.B. durch Lähmungen)
  • Alter (Veränderungen d. Gewebes und Stoffwechsels)
  • Unzureichende Hilfsmittelversorgung
  • Falsche Hebe- bzw. Tragetechniken
  • Neurologische Störungen
  • Adipositas und Kachexie (Gewicht)
  • Durchblutungsstörungen/Anämie
  • Flüssigkeitsmangel
  • Inkontinenz
  • Schmerzen
  • Bewusstseinsstörungen
  • Reibung und Scherkräfte

Wo tritt Dekubitus auf?

Ein Dekubitus kann sich prinzipiell jeder, in sitzender und liegender Position, an Jeder Körperstelle entwickeln. Besonders gefährdet sind die Körperstellen über Knochenvorsprüngen, weil das oben beschriebene Ödem sich dort nicht im Gewebe ausbreiten und verteilen kann. Daran wird es durch die Knochen gehindert.

5 Stadien und 1 Vorstadium des Dekubitus

Auch in Deutschland gilt das, in der Verantwortung der WHO stehende, internationale Klassifikationssystem der Krankheiten, kurz ICD. Es wird alle 10 Jahre aktualisiert. Derzeit haben wir die ICD 10 GM 2008, wobei GM = German Modification – also auf Deutschland bezogene Modifikation bedeutet.

Dort ist der Dekubitus unter der Kennziffer L89 in fünf Grade (häufig auch Stadien genannt) unterteilt. Hier die Kurzform:

L89.1  = Dekubitus 1. Grades
Umschriebene Rötung bei intakter Haut

L89.2 = Dekubitus 2. Grades
Oberflächlicher Hautdefekt

L89.3 = Dekubitus 3. Grades
Tiefer Hautdefekt. Muskeln und Sehnen sind sichtbar und eventuell betroffen

L89.4 = Dekubitus 4. Grades
Tiefer Hautdefekt mit Knochenbeteiligung

L89.9 = Dekubitus, Grad nicht näher bezeichnet

Wichtig ist es, frühzeitig auf Hautschäden zu reagieren. Die Früherkennung von Grad 1 ist die beste Prophylaxe vor weiteren Schäden.

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