Das Lymphödem – Beeinträchtigungen des Lymphsystems

Aufbau und Funktion des Lymphgefäßsystems

Das Lymphgefäßsystem ist ein Transportsystem und besteht in unserem Körper zusätzlich zum Blutgefäßsystem mit seinen Arterien und Venen. Es verläuft dazu in unmittelbarer Nachbarschaft.

Das Blutgefäß kann man vereinfacht ausgedrückt mit einem weit verzweigten Röhrensystem vergleichen, dabei stellt das Herz die Pumpe dar.

Vom Herzen ausgehend, setzen sich die Artieren ab, sie sind in unserem Beispiel die großen, durchlässigen Röhren. Sobald diese in den Organen angekommen sind, verzweigen sie sich in viele, schmale Röhren mit porösen Wänden – auch Kapillaren genannt.

Lymphknoten sind bei uns überall im Körper zu finden und gehören zu einem kompletten Lymphgefäßsystem. Im Lymphgefäßsystem gibt es Leitungsgefäße, Kapillaren und in Abständen die erwähnten Lymphknoten. Allerdings bildet dieses System nur einen Halbkreislauf.

Es beginnt direkt in den Organen und nimmt dort die in Wasser gelösten Eiweiße zum Abtransport auf. Diese Gewebsflüssigkeit mit dem gelösten Eiweß bezeichnet man als Lymphflüssigkeit bzw. Lymphe. Im Gegensatz zu Blut ist diese Flüssigkeit farblos.

Beeinträchtigungen des Lymphsystems und die Folgen

Wenn das Lymphgefäßsystem in seiner Funktion beeinträchtig ist, unterscheidet man in der Hauptsache zwei Entstehungswege.

  • Das Lymphgefäßsystem hat schon aufgrund schlechter Erbanlagen eine Schwachstelle. Wenn das System die Belastungen nicht mehr kompensieren kann, entwickelt sich früher oder später ein primäres Lymphödem. Dabei liegt die Ursache für die Einschränkungen im Aufbau des Lymphgefäßsystems selber, deswegen „primär“.
  • Von einem sekundären Lymphödem spricht man, wenn das System von Natur aus problemlos funktioniert, aber durch äußere Einwirkungen wie Verletzungen und Operationen Schäden davonträgt.

Die Stadien des Lymphödems

  1. Stadium 0: Das Lymphgefäßsystem arbeitet schon nicht mehr richtig, kann aber noch mit dem Lymphaufkommen aus eigener Kraft fertig werden.
  2. Stadium I: Das Lymphgefäßsystem sieht sich überfordert. Im kranken Gebiet entsteht eine eiweißreiche Schwellung, in die man Dellen hineindrücken kann. Wenn Beine oder Arme hoch gelagert werden, geht die Schwellung von sich aus wieder zurück.
  3. Stadium II: Die Schwellung kennzeichnet sich schon durch das Auftreten von überschüssigem Bindegewebe. Es bilden sich Fibrose und Sklerose. Es kann keine Delle mehr hineingedrückt werden. Bei Hochlagerung nimmt die Schwellung nicht mehr ab.
  4. Stadium III: Gekennzeichnet durch extreme Schwellung, verhärtete Haut und warzenförmige Wucherungen. Manchmal entwickeln sich große Wülste. Große Gefahr von Wundrosen undhohe Anfälligkeit für schlecht heilende Wunden.

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