Ratgeber: Kontinenz/Inkontinenz

kontinenz

Definition:

Kontinenz ist die Fähigkeit, den Stuhlgang und die Harn-/Urin-Ausscheidung über eine gewisse Zeit hinweg zurückzuhalten bzw. den Ausscheidungsvorgang willentlich auszulösen.

Risikofaktoren:

  • Alter (ab dem 50. Lebensjahr)
  • Körperliche Einschränkungen
  • Immobilität
  • Abnahme der geistigen Leistungsfähigkeit
  • Veränderungen der gewohnten Umgebung bei körperlichen und geistigen Einschränkungen
  • Erkrankungen (z.B. Apoplex, Multiple Sklerose, Morbus Parkinson)
  • Harnwegsinfekte
  • Einnahme von Medikamenten
  • Übergewicht
  • Zu hohe und zu niedrige Flüssigkeitsaufnahme
  • Reichlicher Kaffeekonsum
  • Körperliche Betätigung mit übermäßiger Beanspruchung des Beckenbodens

Tipps und Maßnahmen:

  • Vorbehaltloses Einholen von Informationen über die Ursachen der Entleerungsstörungen, daraus resultierende Maßnahmen und den Einsatz von Hilfsmitteln wie z.B. Einlagen, Windeln, Kondomableitungen, Bettschutz (Einmalunterlagen, Stecklaken)
  • Wichtige Ansprechpartner sind Pflegekräfte der ambulanten Dienste (bei häuslicher Pflege) sowie der stationären Pflege im Falle von Heimbewohnern
  • Bei krankheitsbedingten Ursachen: Gabe von entwässernden Medikamenten (Diuretika) steuern bzw. auf die Einnahmezeit achten (vermehrte Urinausscheidung nachts)
  • Übermäßigen (missbräuchlichen) Einsatz von Abführmitteln hinterfragen und deren Einsatz (ggf. neu) koordinieren
  • Beckenbodentraining bei neurologischen Erkrankungen bzw. Erschlaffung der Beckenmuskulatur
  • Bei Verwirrtheitszuständen auf die ausreichende Flüssigkeitsaufnahme achten, regelmäßige Toilettengänge, Orientierungshilfen bieten
  • Vor Augen halten, dass sich z.B. Kaffee, Biergetränke, Spargel oder Reis harntreibend auswirken
  • Stuhlgangfördernde Nahrungsmittel sind dagegen Steinobst oder Buttermilch

Inkontinenzversorgung soll…

  • Ausscheidungen und Gerüche dauerhaft abdichten
  • geräuscharm und optisch unauffällig sein
  • Hautfreundlichkeit gewährleisten
  • die Ausscheidungen sicher aufnehmen
  • die Selbstständigkeit des Betroffenen erhalten

Kriterien für die Materialauswahl:

  • Wie viel Sicherheit soll gegeben werden
  • Inkontinenzart  (Stuhl/Harn)
  • Menge und Beschaffenheit der Ausscheidung
  • Zeitpunkt der Inkontinenz (z.B. nur Nachts)
  • Statur und Mobilität des Betroffenen
  • Hautbeschaffenheit
  • Geistige und körperliche Fähigkeit des Betroffenen in Bezug auf die Inkontinenzversorgung

Das könnte dich auch interessieren...

1 Reaktion

  1. Norbert sagt:

    Ich habe zwar noch keine Probleme, aber sorgen mach ich mir schon weil ich jetzt in dem alter bin. Da muss ich meinen Dank und Lob für diesen Ratgeber hier hinterlassen.
    Danke, danke.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.